
Im schöpferischen Denken ist das Phantasieren, oder wie es Freud auch einmal ausdrückte, sind »endopsychische Mythen« eben keine Phantasterei. Will man rational begründbares Wissen schaffen – so lautet die zentrale These des Autors – kann dies immer nur aus letztlich unableitbaren Prämissen geschehen, die ihre Wurzeln in der Dimension des Imaginativen haben.
Die Phantasie genoß in der Gründungsphase der Psychoanalyse ein hohes Ansehen und spielte für die Entwicklung ihrer Methodik eine wichtige Rolle. Dies war aber kein Zufall, sondern Ausdruck einer programmatischen Haltung im Freudschen Denken – der »Aufeinanderfolge von kühnspielender Phantasie und rücksichtsloser Realkritik«. Mit der Zunahme an praktikablen Konzepten und Behandlungsstrategien wurde die Phantasie allmählich zu einem Begleitphänomen – dem stets auch eine psychopathogene Seite zugeschrieben wurde – und hatte schließlich ausgedient: Sie wurde in den »Naturschutzpark« verbannt. Weitere Informationen
Mit einem Geleitwort von Wolfgang Mertens
04/2008. (Edition Déjà-vu, Frankfurt am Main), Paperback, 240 Seiten; 22,4 × 14,6 cm. 28,– €
ISBN: 978-3-9805317-7-1
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